Pressemitteilung Rheinische Post vom 15.04.2023.

Früher belächelte Peter Bürgel Nordic-Walking. Heute begeistert er beim Verein „Haldenhimmel“ andere für den Sport. Der beanspruche nicht nur fast die ganze Muskulatur, sondern eigne sich auch dazu, ins Gespräch zu kommen.

Peter Bürgel war schon immer ein sportlicher Typ. Er hat Fußball gespielt, Tennis gespielt, war leidenschaftlicher Mountainbiker. Aber Nordic-Walking? „Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich das mal machen würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, sagt Bürgel. Walking und Nordic-Walking, das betrachtete der Neukirchen-Vluyner füher nicht als Sport. Seine Einstellung hat sich gründlich geändert. Mittlerweile ist Bürgel nicht nur leidenschaftlicher Nordic-Walker, der schon bei Weltmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften angetreten ist. Er ist auch Kopf eines neuen Vereins, der sich im Dezember 2022 gegründet hat. „Haldenhimmel“ lautet der Vereinsname, denn trainiert wird an und auf der Halde Norddeutschland. „Und nirgends in Neukirchen-Vluyn ist man dem Himmel näher als hier“, sagt Bürgel. Die Vereinsfarben sind Blau und Schwarz- Blau für den Himmel und Schwarz für den Boden, die Kohle, die in der Region füher abgebaut wurde und ohne die es die Halde nicht geben würde.

Wann und wie er vom Skeptiker zum begeisterten Nordic-Walker wurde, weiß Bürgel noch ganz genau. Vor zehn Jahren war er nach einem Unfall in der Reha. „Auf meinem Plan stand Nordic-Walking“. Er musste ran, wenn auch zuerst widerwillig. Zum sanften Zwang kam ein netter Trainer, der in ihm eine Flamme für diesen, nun ja, eben doch: Sport entzündete. „Es ist sogar ein sehr effektiver Sport“, sagt der vom Saulus zum Paulus bekehrte 62-Jährige, der bis 2021 im Marketing des Uhrenherstellers Seiko gearbeitet hat. „90 Prozent der Körpermuskulatur werden beansprucht.“ Herz und Kreislauf werden gestärkt, die Fettverbrennung wird angeregt. Bürgel kennt einen Vereinskollegen, der früher 100 Kilo auf die Waage brachte. „Heute sind es 75.“ Das hat der Kollege natürlich nicht in den paar Monaten seit der Vereinsgründung hinbekommen.

Bürgel selbst und einige andere Mitglieder des Haldenhimmel e.V. waren früher beim Ausdauersportverein Neukirchen-Vluyn aktiv. „Ich selbst war dort mehrere Jahre im Vorstand.“ Die Gründung eines eigenen Vereins sei ihm schon länger durch den Kopf gegangen. Mit 22 Mitgliedern ist der Haldenhimmel gestartet. „Heute sind wir 49“, sagt der Vorsitzende, der eine DOSB-Trainerlizenz für Leichtathletik und Breitensport besitzt und zudem Lehrtrainer für Laufen, Walking und Nordic-Walking ist.

Einer derjenigen, die mit Bürgel vom AS zum Haldenhimmel gewechselt sind, ist Johannes Martin. Er ist einer von fünf ausgebildeten Betreuern -sogenannte Nordic-Walking-Guides- im neuen Verein. „Bei uns kennt jeder jeden“, sagt der 68-Jährige. Auch er kann sich an seine erste Begegnung mit Nordic-Walking gut erinnern. „Das war 2008 bei einem Urlaub auf Usedom. Eine Schar Nordic-Walker lief schwatzend an mir vorbei. Und ich dachte: Toll, was ist das für ein Sport, bei dem man so gut gelaunt in der Gruppe aktiv ist.“ Kurze Zeit später musste er sich einer Hüft-OP unterziehen. „Ich musste mich bewegen“. Da erinnerte er sich an jene Urlaubs-Begegnung.

Martin muss nicht lange nachdenken, fragt man ihn, was er an Nordic-Walking schätzt. „Es macht unheimlich Spaß.“ In der Gruppe werde viel geredet, das Zusammengehörigkeitsgefühl sei groß. Je nachdem, mit welchen Ambitionen man den Sport betreibe, könne er aber auch sehr anstrengend sein. „Und man kann viel falsch machen.“ Vor allem beim Einsatz der Stöcke, die dazu dienen, den Bewegungsapparat zu entlasten und die Oberkörper-Muskulatur zu stärken. Regelmäßiges Technik-Training gehört bei Haldenhimmel deshalb neben dem gemeinsamen Walken zum Vereinsprogramm. Und nicht nur das. „Wir möchten auch sozial aktiv sein“, sagt Peter Bürgel. Vor vier Jahren hat er die Aktion „Walk & Help“ ins Leben gerufen. Ziel ist, bei Sport-Wettkämpfen nach dem Sponsorenlauf-Prinzip Geld zu sammeln. Das gehe dann zugunsten bedürftiger Kinder an Vereine und Initiativen wie Klartext für Kinder, die Musikschule oder auch die Flüchtlingshilfe Neukirchen-Vluyn.

Eine gute Gelegenheit, den Verein kennenzulernen, bietet sich am 22.April beim „Museumswalk“, an dem auch gerne Gäste teilnehmen dürfen. Dann walkt das Haldenhimmel-Team ab 10 Uhr vom Parkplatz an der Halde Norddeutschland rund fünf Kilometer zum Museum Neukirchen-Vluyn. „Dort werden wir über die spannende Geschichte unserer Stadt informiert“, so Bürgel.

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